Sonntag, 12. Juli 2009

Neues Fotoalbum

Nachdem nun fast ein Jahr vergangen ist, seit ich aus Singapur zurück bin, gibt es nun die Quintessenz meines Asien-Jahres in einem Favoritenalbum. Damit sind die Links auf die anderen Fotoalben natürlich hinfällig.

Viel Spaß beim Durchklicken.

Donnerstag, 16. Oktober 2008

Bye bye Team SG!

Der Abschied von den Kollegen fällt schwer. Nach fast einem Jahr enger, internationaler Zusammenarbeit mache ich mich auf ins heimische Headquarter. Den Bleibenden wünsche ich weiterhin viel Erfolg, und dass das gelingt, wozu wir letztes Jahr ausgezogen sind: Den Standort Singapur für AEB zu einem eigenständigen und erfolgreichen Unternehmen zu machen. Und dass alle weiterhin so viel Spaß am gemeinsamen Arbeiten haben.
Bilder vom Office-Abschied gibts hier.

Mittwoch, 15. Oktober 2008

Kopi-C, Kopi-O...

Malaysischer Kaffee ist nichts für schwache Nerven. Kein Vergleich mit italienischem Espresso, der schon auch mal für Dauerwach und Magenproblem sorgen kann. Es gibt Kopi-O (O für Null, also ohne alles), Kopi-C (C für condensed milk) oder einfach nur Kopi (dann mit dicker gesüßter Milch, dafür ohne Zucker). Der Kopi ist so stark, dass selbst die in großen Mengen hinzugefügte Kondensmilch nur schwerlich die tiefschwarze Farbe aufzuhellen vermag. Mein Magen-Darm-Trakt zeigte sich entsprechend nicht sehr aufgeschlossen. Deshalb bestand mein allmorgendliches Frühstück seit fast einem Jahr aus Tea-C (sprich: tähssi), einem starken schwarzen Tee (Tee gibt es in den gleichen Varianten wie Kaffee) plus einem Sojabohnenpfannkuchen mit Erdnussbutter (peanut pancake klingt viel besser, finde ich).
Den Tee oder Kaffee bekommt man in einem der vielen chinesischen oder malayischen Coffeeshops, zum Beispiel bei Ya Kun, die fast überall in Singapur vertreten sind und lokales Frühstück anbieten: Kaffee oder Tee, dazu Kaya Toast, Toast mit einem grünen Aufstrich, der aus Pandan leaves, Kokosmilch und Ei hergestellt wird. Er schmeckt nicht grün, sondern vor allem süß. Außerdem sind auf dem Toast noch kalte Butterscheiben, leicht gesalzen. Ein fragwürdiges Erlebnis für die Geschmacksnerven, aber man kann's schonmal essen. Dazu gibt's kaum gekochte Eier. Lecker. Ich ziehe den Peanut pancake vor. Der wird von freundlichen chinesischen Damen an Ständen der Firma Jollibean immer frisch gebacken. Neben Erdnussfüllung ist auch eine süße Füllung aus roten Bohnen beliebt, oder Schokolade, oder Pandan, oder... Auf jeden Fall etwas, was ich schwer vermissen werde!
Danke an die netten Ladies von Ya Kun in Funan, die sich, sobald sie mich von weitem sehen konnten, schon meine Bestellung Tea-C dài zou zugerufen haben.

Samstag, 11. Oktober 2008

Happy Deepavali!

Ende Oktober ist Deepavali, das Lichterfest. In etwa das Äquivalent zum Erntedankfest, wird an diesem Festtag die hinduistische Göttin des Wohlstandes, Lakshmi, verehrt. Ganz Little India steht dann Kopf und ist wunderschön beleuchtet. Die Tempel sind bis in die Nacht geöffnet, und es gibt jede Menge Nachtmärkte für Fisch, Fleisch, Obst, Gemüse, Blumen, Klamotten.
Auch wenn gerade kein Festival ist, ist in Little India richtig was los. Wie auch im Arab Quarter lebten hier zunächst die als Fremdarbeiter ins Land gekommenen Menschen, in diesem Fall indischer Abstammung, deren größter Anteil heute Tamilen sind. Deshalb ist auch Tamil (und nicht etwa Hindi) eine der vier offiziellen Landessprachen Singapurs, und neben Bollywood-Schmachtfetzen (u.a. mit dem auch hier megabeliebten Shahrukh Khan) sind hier auch Tamil movies sehr beliebt.
Heute ist Little India kein Wohnviertel mehr, sondern ein kulturell und kulinarisch sehr interessantes Viertel. Hier gibt es jede Menge indisches Essen, jede Menge Läden, die Telefonkarten, Kleidung, Gewürze und billigsten Tand verscherbeln, Kosmetikhäuser, Schneidereien, Vegetariertreffs, bunte Hindutempel, schräge Bars mit indischen Tänzerinnen, und, last but noch least, das wohl berühmteste 24-Stunden-Kaufhaus, Mustafa Center. Ein paar visuelle Eindrücke gibt es in meinem Abschiedsfotoalbum.
Das Bild zeigt das Dach des Sri Veeramakaliamman Tempels, in dem die Göttin Kali, Gattin des Shiva und Mutter von Ganesh, dem Gott mit dem Elefantenkopf, verehrt wird.

Let it snow!

Als Einstimmung auf den mir bevorstehenden Winter in Deutschland haben wir Snow City einen Besuch abgestattet. Snow City in Singapur ist der kleine (sehr kleine) Bruder des Snow Parks in Dubai, und nicht mal der Busfahrer konnte uns sagen, an welcher Haltestelle wir dafür aussteigen müssen. Schon der Eingang verspricht kein wirklich herausragendes Erlebnis. Hinter dem etwas nüchternen, mit weißen und blauen Tannenbäumen bemalten Eingangsbereich kann man gefütterte Schneehosen, miefige, feuchte Schuhe und olle Handschuhe leihen. Weiter geht's in den Jacket Room, wo man sich eine der ranzigen roten oder blauen gesteppten Winterjacken aussuchen kann, die auch nach mehreren Jahren Benutzung noch nie eine Waschmaschinentrommel von innen gesehen haben. Ach ja, Ski und Snowboard gebe es nur am Abend, werden wir informiert, jetzt könne man nur mit Snowtubes (Reifen) rutschen. Egal, für eine Stunde Winterspaß nehmen wir all das in Kauf!
Nach dem Betreten der dürftig aber irgendwie doch liebevoll dekorierten Halle wird uns schlagartig klar, warum erstens niemand Snow City kennt, und warum zweitens hier das Fotografieren verboten ist: Außer einem kleinen Bereich gegenüber dem Halleneingang, in dem Eisskulpturen als Fotokulisse stehen (natürlich werden hier vom Personal Bilder gemacht, die dann draußen für teuer Geld verkauft werden), und einer Bar, die nicht bewirtschaftet ist, besteht die gesamte Halle aus einem einzigen, etwa zehn Meter breiten und 60 Meter langen Hang, an dessen Seite man hinaufgehen und auf dem man mit seinem Reifen - oder eben abends mit Skiern - hinunterrutschen kann. Übrigens schon eine Gaudi - aber es erklärt sich auch, warum man Tickets für maximal zwei Stunden erwerben kann.
Nach dreimal Reifenrutschen und Fotografiert werden entscheiden wir uns, den -5° kalten und charmelosen Raum zu verlassen und uns wieder der Tropensonne auszusetzen, erleichtert über die Erkenntnis, dass der Busfahrer - wie die meisten Singapurer - keine wirkliche Wissenslücke hat.

Montag, 6. Oktober 2008

Dschungel-Joggen

Etwa eine Stunde dauert mein morgendlicher Weg zur Arbeit, runter in die Innenstadt von Singapur. Ganz schön weit. Doch belohnt werde ich im Gegenzug mit einer naturnahen Wohngegend, nämlich direkt am Bukit Timah Nature Reserve, einer etwa 1,6 Quadratkilometer großen Fläche, auf der das älteste Stück ursprünglicher Regenwald von Singapur steht. Das Gebiet befindet sich rund um Singapurs höchste Erhebung, die ganze 164 Meter hoch ist. Man darf sich das dennoch nicht vorstellen wie unberührten Dschungel; man sieht hier zwar erwartungsgemäß all die hohen Bäume, Farne, Lianen und riesigen Blätter, und es trollen sich dort Affen, Echsen, Eichhörnchen, Schlangen und jede Menge Vögel und Insekten - wie sich das für echten Urwald gehört. Doch es gibt rund um den Hügel (malayisch: bukit) auch den von Menschenhand angelegten und gepflegten Mountainbike-Trail, auf dem ich so gern meine wochenendlichen Laufrunden drehe, eine mit hohen Zäunen abgesperrte Betonburg auf der Spitze des Hügels, von dem man - wegen der Urwaldriesen - keine Aussicht hat, sowie eine große Schießanlage im Tal, die man zwar nicht einsehen, aber deren Besucher man um so besser hören kann. Nichtsdestoweniger hat man es mit einem Stück echter alter tropischer Natur zu tun, und mir ist dieses kleine Stück natürliches Singapur so richtig ans Herz gewachsen! Bilder von meiner Lieblingslaufstrecke gibt es im Fotoalbum.

Sonntag, 28. September 2008

KL Insights

Kuala Lumpur, die Hauptstadt von Malaysia, wird hier grundsätzlich nur KL genannt. Schon allein wegen der Petronas Twin Towers sollte KL einen Besuch wert sein, weshalb meine Mitbewohnerin Kathi und ich uns zu einem Wochenendtrip entschieden haben. Für die (kostenlose) Eintrittskarte, von denen täglich etwa 1.600 Stück ausgegeben werden, haben wir zwei Stunden angestanden. Ob sich das für die Aussicht aus dem 41. Stock gelohnt hat? Es ist auf jeden Fall kein Vergleich mit dem Blick auf Singapur aus dem 71. Stock des Swisshotels, der New Asia Bar.
KL ist mit etwa 1,5 Mio. Einwohnern eine der kleineren Großstädte Südostasiens und vermittelt einen guten Eindruck davon, wie Singapur einmal gewesen sein könnte, und man kann sehr gut erkennen, dass KL ganz schnell dahin möchte, wo Singapur schon ist - auch und vor allem, was die Verbotslisten für das Benutzen der U-Bahn angeht...
Mehr Bilder gibt es hier.

Samstag, 20. September 2008

"Madam, I on the light for you!"

Was wäre Singapur ohne Singlisch? Sicher nur halb so lustig und halb so interessant, vor allem für mich als Sprachliebhaberin.
Was also ist Singlisch? Vereinfacht gesagt, die in Singapur gesprochene Variante des Englischen, die nicht nur im Wortschatz, sondern auch im Hinblick auf die (fehlende) Flexion stark asiatisiert ist. Singlisch ist heftigst durchmischt von vorrangig malayischen und chinesischen Wendungen. Diese sind zum Teil wörtlich übersetzt ins Englische, wie zum Beispiel das typische "can", was soviel bedeutet wie "ja" (ke yi) oder "no have" (méi you). Auf dem zweiten Link kann man sich die chinesische Aussprache anhören.
Doch es gibt auch jede Menge Originalwortschatz, wie z.B. kiasu (Hokkien: "um-keinen-Preis-verlieren-wollend"), oder makan (malayisch: "essen").
Meine Chinesisch-Stunden waren nicht umsonst, denn nun erklärt sich beinahe wie von selbst, dass Wortstellung und Satzstruktur nahezu eins zu eins aus den asiatischen Sprachen übernommen sind, ebenso so manche grammatische Besonderheit, wie z.B. fehlende Personal- und Tempusangaben am flektierten Verb:
So kann "I clean my room" bedeuten, dass ich gerade dabei bin, es zu tun; je nach Kontext kann es aber auch gestern schon passiert sein, oder es wird deutlich, dass die Aufräumaktion erst für kommende Woche geplant ist.
Die Satzmelodie ist sehr eigen und klingt immer leicht vorwurfsvoll; Vokale werden gern in die Länge gezogen, und beinahe jeder Satz endet mit 'aah' oder 'lah!', beides Bekräftigungsfloskeln, derer es noch eine ganze Menge mehr gibt.
Man muss es einfach mal gehört haben, deshalb verweise ich auf You Singaporean? auf Youtube, ein durchaus vordergründiges, aber sehr liebenswertes Hörbeispiel (mit Untertiteln).

Mittwoch, 20. August 2008

Ganz in weiß...

...erstrahlt die Dairy Farm nach der intensiven Renovierung. Unser Condo sieht jetzt wieder aus wie mit Perwoll gewaschen. Dafür haben wir auch wochenlang das Piepsen des fahrbaren Krans und den Gesang der indischen Arbeiter in Kauf genommen...

Donnerstag, 7. August 2008

Mission Äquator

Das Seminar für Science Fiction Film (SfSFF) hat sich im Juli dieses Jahres einer besonderen Aufgabe gestellt: Wir wollten den Äquator finden und selbigen 42 Mal überqueren. Auf Sumatra, westlich von Bukittinggi, am Strand des kleinen Dörfchens Sasak konnte tatsächlich mittels Kompass und wertvollen Daten aus Google Earth die Lage des Äquators bis auf wenige Meter genau bestimmt werden. Die 42-fache Überquerung konnte stattfinden und Anwohner, deren Haus direkt auf dem Äquator steht, wurden beglückwünscht. Die Mission war ein voller Erfolg. Das SfSFF dankt seinen Mitgliedern Kati Taramtam, Mülli Idüllüschön und Edgar Lösel, sowie unserem geduldigen Helfer und Fahrer Ricardo Travina, ohne dessen VW-Bus uns die Entdeckung nicht möglich gewesen wäre. Ganz nebenbei haben wir uns auch noch ein wenig auf Sumatra umgeschaut, u.a. in Padang und Umgebung. Bilder von unserer Seminar-Expedition finden sich im Fotoalbum.

Donnerstag, 17. Juli 2008

Angkor Wat

Von Hanoi aus führt uns die Reise nach Siem Riep, Kambodscha, und zum Angkor Wat. Die mittelalterlichen Tempelanlagen mit ihren ungeheuren Ausmaßen und ihrem einzigartigen Baustil sind mehr als beeindruckend. Zwei Tage reichen eigentlich nicht aus, um sich wirklich ein Bild zu machen, aber die wichtigsten Tempel bekommt man schon zu sehen. Unser absoluter Favorit: Ta Prohm.
Das Spannende: Offensichtlich war das Mittelalter nicht nur in Europa eine Blütezeit, sondern auch im asiatischen Teil der Welt. Die Khmer-Könige haben über Jahrhunderte an dieser Tempel- und Palastanlage bauen lassen, freilich auf Kosten ihrer Untertanen, was schließlich, so vermutet man, zum Untergang dieses einst so mächtigen Reiches geführt hat. Einen Großteil unseres Wissens heute verdanken wird dem chinesischen Diplomaten Zhou Daguan, der im Jahr 1296 nach Angkor kam, und dessen Abriss über die Sitten und Gebräuche der Khmer das wohl einzige Originalzeugnis seiner Zeit ist.
Eins ist auch klar: Siem Riep ist nicht Kambodscha. Die kleine Stadt lebt vom und für den Tourismus. Das zeigt sich an Tuktuk-Preisen ebenso wie an den zahlreichen Bauprojekten für noch mehr Hotels und Ferienwohnanlagen.
Den großen Andrang reicher Menschen auf der Suche nach Kultur hat sich auch ein ortsansässiger Schweizer Kinderarzt zu nutze gemacht: Dr. Beat Richner, der seit den 70er Jahren in Kambodscha tätig war, musste das Land während der dunklen Zeit der Roten Khmer verlassen. Seit 1991 ist er auf Wunsch der kambodschanischen Regierung wieder zurück und hat seine Arbeit an den mittlerweile drei Kinderkliniken wieder aufgenommen. Er ist nicht nur ein engagierter Arzt, sondern auch ein exzellenter Cellist. Als Beatocello tritt er jeden Samstag abend in der Konzerthalle von Siem Reap auf und kann so durch Spenden und Publicity seine Arbeit an den Krankenhäusern finanzieren. Er ist nicht unumstritten, da er sich offen gegen die Politik der WHO wendet. Wer Interesse hat und Beat Richners Initiative unterstützen möchte, kann sich auf dem Link weiter schlau lesen.
Bilder von unseren Streifzügen durch die Stadt Angkor und ihre Tempel gibt es hier.

Mittwoch, 16. Juli 2008

Hanoi, Ha Noi?

Jeder echte Schwabe muss schon allein des Namens wegen einmal in Hanoi (Ha Noi) gewesen sein. Nun ist weder Martin ein ganz echter Schwabe, noch weniger bin ich eine echte Schwäbin, aber eine zweite Reise nach Vietnam, diesmal nach Hanoi und Umgebung, haben wir uns dennoch nicht nehmen lassen.
Und wir haben uns wieder sehr wohl gefühlt: Angenehme Atmosphäre, sympathische Menschen, leckeres Essen, schöne Landschaften, auf dem Motorrad durch Stadt und Land cruisen - deswegen sind wir hergekommen.
Der Klassiker, eine zweitägige Schiffstour in der Ha Long Bay, war auch dabei, und in Hanoi haben wir das berühmte Wasserpuppentheater besucht, das einzigartig auf der Welt zu sein scheint. Wie muss man sich das vorstellen? Am ehesten trifft es wohl: Augsburger Puppenkiste mit ländlichen Themen, gespielt nach einer Flutkatastophe... Aber auf jeden Fall sehenswert.
Leider hatten wir keine Zeit, dem einbalsamierten Ho Chi Minh in seinem Mausoleum einen Besuch abzustatten, aber man muss sich ja noch was für den nächsten Besuch aufheben.
Bilder gibt es im Fotoalbum.

Sonntag, 13. Juli 2008

Es riecht was faul im Staate Singapur...

Ja, denn es ist Durian-Zeit. Die beliebte Frucht ist gerade reif, nicht nur die Zuchtgewächse auf den Plantagen, sondern auch die wildwachsenden im Wald. Es duftet, riecht oder stinkt bisweilen signifikant, wenn man durch den Wald läuft. Und so sieht man denn am Wochenende derzeit deutlich mehr Spaziergänger, ganze Familien gar, die durch den Bukit Timah Forrest laufen und sich die mitgebrachten Taschen und Tüten mit den stacheligen grünen Früchten vollstopfen. Denn Durians sind heiß begehrt, und die richtig guten sind auch richtig teuer - was immer das 'Gute' an einer Durian auch ausmacht. Wir erinnern uns: Die Durian, in manchen Ländern auch Stinkfrucht genannt, darf wegen ihres unverkennbaren Geruchs nicht in Busse und Bahnen oder in Hotels mit hinein genommen werden, sie ist eine Frucht, die die Gemüter erhitzt, und vermeintlich nicht nur diese.
Die Durian spaltet. Dem einen verursacht schon der bloße Geruch Übelkeit, und der Geschmack des weichen, gelblichen Fruchtfleisches, das von zweifelhafter Konsistenz ist, hat schon Unmengen an schlimmen Vergleichen über sich ergehen lassen müssen, so dass ich hier keinen weiteren hinzufügen möchte. Dem anderen gilt sie als die Königin der Früchte, deren Genuß ganz nebenbei auch der Manneskraft dienlich sein soll. Kein echter Asienbesuch, bei dem man nicht von der Frucht der Früchte gekostet haben sollte.
Ich habe mich mittlerweile zumindest an den Geruch gewöhnt, der hier immer wieder mal durch die Markthallen oder aus heimgetragenen Einkaufstüten weht, und der dieser Tage meine wochenendlichen Joggingrunden im Wald 'versüsst'. Eines ist jedoch sicher: Probieren muss ich sie definitiv nicht!

Donnerstag, 5. Juni 2008

Surfin' Girls

Bei permanenten fast 30 Grad im Schatten und badewannenwarmem Meerwasser ergibt sich der Gedanke fast von selbst: Surfen. Bloß dass es hier fast nie richtig Wind gibt! Aber das Surfen und ins Wasser fallen zwischen Wolkenkratzern und Tankern ist ein echtes Singapur-Erlebnis. Auf dem Bild: Mitbewohnerin Kathi (Mitte), ihre Freundin Anna (links) und ich beim ersten Versuch.

Dienstag, 27. Mai 2008

Was verhökert der Hawker?

Street food, Essen auf der Straße, macht ja für viele, die gern in ferne Länder reisen, die Exotik aus. In Singapur wurde das jedoch in den sechziger Jahren nachhaltig abgeschafft - aus hygienischen Gründen. Geblieben von den fliegenden Essenshändlern ist der Name. Denn die damals entstandenen Hawker Center beherbergen heute in ihren Ständen, die um einen großen zentralen Sitzbereich gruppiert sind, sesshafte Köche und bieten eine riesengroße Auswahl an lokalen Gerichten. Diese Essenparadiese erfreuen sich größter Beliebtheit. Das Essen ist meist ebenso gut wie vielfältig, und - wenn man nicht gerade in eine Touristenfalle tappt, was sich vermeiden lässt - sehr günstig.
Da gibt es sehr berühmte und alterwürdige Hawker Center wie Newton oder Adam Road, oder den bei Touristen sehr beliebten 'Alten Markt' oder Lau Pa Sat (siehe Bild) in einer alten viktorianischen Markthalle von 1894, mitten im Bankendistrikt von Singapur und vor lauter Bausünden drum herum nur schwer auszumachen. Und es gibt sie natürlich auch außerhalb der Innenstadt, wo man selten mal ein westliches Gesicht sieht. Dafür sind Mee Goreng, Stingray, Pig Organ Soup, Fish Head Curry oder Wanton Noodles dort nochmal einen Dollar günstiger.
Manche Singapurer machen sich Sorgen um den Fortbestand dieser beliebten Esstradition. Denn ihre Entstehung liegt nicht allzu lange zurück, und auch in Südostasien sind KFC, Burger King, McDonalds & Co. auf dem Vormarsch. Doch der Stolz der Locals auf ihr Essen ist so groß, dass ich mir schwer vorstellen kann, dass es einmal keine Hawker Center (oder etwas ähnliches) geben sollte. Essen ist hier essentiell wichtig und fast eine Art anerkannte Freizeitbeschäftigung. Nicht umsonst lautet eine chinesische Grußformel: 'Chifanle meiyou?' - 'Hast Du schon gegessen?'

Dienstag, 20. Mai 2008

Got it?

Welcome to S'pore! Working here? You collect yr EP at the MOM. To open up an account at DBS, UOB, or OCBC, you will need yr NRIC no. or FIN. But only as SC or PR, you have to contribute to CPF. Since condos are expensive, most S'poreans live in HDBs. Also, they take the MRT rather than the car, because they don't want to pay for ERP. But if you want to go to KL, you better go BKE and then take the PIE, it is faster. For making donations you can go to BTRTM or KMSPKSM, and to learn about Asia just drop in ACM or NAMOC. Call a friend on her HP and have a quick lunch together at KFC or TCC. Get money from the ATM and make all of yr transactions at an S.A.M. - or was this sth about modern art?
Btw, the AC in yr flat needs maintenance every six months, so you better KIV this. Got it?

Glossary:
AC - Aircondition
ATM - Automated Teller Machine (=Geldautomat)
BKE - Bukit Timah Expressway
btw - by the way
EP - Employment Pass
ERP - Electronic Road Pricing
FIN - Foreign Identification Number
KIV - keep in view
HDB - Housing Development Boad (baut staatliche Wohnsilos)
HP - Hand phone (=Handy)
NRIC - National Registration Identity Card
PIE - Pan Island Expressway
PR - Permanent Resident
SAM - Singapore Art Museum
S.A.M. - Automat für Briefmarkenkauf, Strafzettelbezahlung u.v.m.
SC - Singapore citizen
sth- something
yr - your

Montag, 19. Mai 2008

Nicht ohne meinen Apotheker!


Happy Birthday, Buddha!

In Singapur wird an Feiertagen noch richtig gefeiert. So auch heute, am Vesak Day, da feiert man den Geburtstag des Buddha. In Singapurs größter buddhistischer Tempelanlage, dem Kong Meng San Phor Kark See Monastery, fand denn heute auch eine Geburtstagsparty statt. Hunderte von Menschen sind dafür in den Tempel gekommen. In langen Reihen prozessieren die Gläubigen vor den Statuen der Buddhas entlang, beten kniend oder stehend, zünden Räucherstäbchen an. In der Hall of No Form, dem vierten Stock des größten Gebäudes im Tempel, wird vor einer 13,8 Meter hohen bronzenen Buddha-Statue meditiert - oder einfach die Kühle genossen: draußen ist es heute etwa 40 Grad heiß.
Es herrscht Volksfest-Atmosphäre. Für Kinder gibt es Spielgelegenheit, Gesundheitsbewusste können auf dem 'Vegetarian Food Fair' mineralstoffhaltiges Wasser und ökologisch angebauten Reis kaufen, und für die Hungrigen gibt es im Basement des großen Tempelgebäudes eine Kantine, die Nudelsuppe serviert, und die um die Mittagszeit mehr als gut besucht ist.
In der 'Pagode der 10.000 Buddhas' gibt es eine große Ausstellung über die Lehren des Buddhismus, hier wird Werbung gemacht für ein gesundes Leben im Einklang mit sich und der Welt. Es werden Musik-CDs und Bücher verkauft, und Filme gezeigt, die erklären, warum es besser ist, Vegetarier zu sein. Da wird auch gern zu drastischen Mitteln gegriffen: Neben dem schuldlos erhängten Suppenhuhn aus Styropor gemahnt eine große Tafel daran, dass schließlich auch Berühmtheiten wie John Lennon, Brad Pitt, Popeye und Lisa Simpson berühmte Vegetarier sind oder waren.
Man könnte meinen, der Trubel lenke vom Wesentlichen ab. Doch das stimmt nicht. Man kann es spüren: Die Menschen kommen hierher, um dem Buddha ihre Aufwartung zu machen, und das hat wenig Weltfremdes oder gar Besinnliches an sich, ist so ganz anders als wir es aus den Kirchen kennen. Die ausgestellte hölzerne Gebetsmühle efreut sich großer Beliebtheit und wird eifrig gedreht, vor allem von den Kindern. Religion zum Anfassen.
Hier gehts zum Fotoalbum.

Sonntag, 24. Februar 2008

Nahost in Fernost

Über Chinatown habe ich aus gegebenem Anlass bereits ausgiebig berichtet. Doch es gibt noch mehr 'originäre' Stadtteile in Singapur: Wenige Straßen von Little India entfernt (dazu bei Gelegenheit mehr), liegt das Arab Quarter, das einstige malayische Kampong Glam. Stadtgründer Raffles wies diesen Bezirk Anfang des 19. Jahrhunderts dem Sultan Hussein und seiner Familie als Residenz zu, worauf sich weitere arabische Händler aus dem heutigen Gebiet des Yemen hier ansiedelten. Das winzige Viertel besteht aus gerade mal vier oder fünf größeren Straßen: Baghdad Street, Muscat Street, Haji Lane, so heißen sie, und mit der Sultan Moschee bilden sie das religiöse Zentrum der Muslime in Singapur. Allerdings ist es dort nicht annähernd so authentisch arabisch-quirlig, wie die Reiseführer uns glauben machen wollen. Von brodelndem Basar und feilschenden Händlern keine Spur. Man trifft eher auf einen gezähmten, wohlgeordneten Orient - wie man ihn in Singapur eben erwarten darf.
Tatächlich aber sieht man auch viele Einheimische in den Straßen, die Moschee ist gut besucht, und die Foodstalls bieten hier besonders viel Halal Food, nach muslimischen Richtlinien zubereitetes Essen. Die Souvenirläden, Cafés und auch der muslimische Buchladen sind jedoch mehr für Touristen ausgelegt, die hier zahlreich vertreten sind. Und so habe denn auch ich, begleitet von den hier sehr leise ausfallenden Klagegesängen des Muezzin (schließlich gibt es noch andere Religionen) meinen ersten marokkanischen Pfefferminztee seit gut sechseinhalb Jahren genossen. Lecker!

Samstag, 9. Februar 2008

Was macht der Lemur...

...denn in Singapur? Außer sich reimen und in der Nase bohren nicht viel, denn er ist aus Madagaskar importiert, und deshalb kann man ihn nur im Singapore Zoo bewundern. Außer Lemuren gibt es dort noch jede Menge andere Affen, außerdem Tiger, Hippos, Tapire, Seelöwen, Pinguine, Krokodile, Schlangen, Vögel, Giraffen - was eben so dazu gehört. Übrigens beherbergt der Zoo auch eine der größten Ratten der Welt - wenn das kein erfolgreiches Jahr wird! Singapurs Zoo ist an drei Seiten von einem großen See umgeben, und es gibt auch einige wunderschöne Gärten. Sehr gut ist auch, dass man hier weitgehend ohne Gehege auskommt, so dass die meisten Tiere, vor allem die Affen, sich ganz frei bewegen können. Aber Krokodile, Schlangen und Tiger werden, sicher vor neugierigen Kinderhänden, hinter Panzerglas oder mit gebührendem Abstand gehalten, und das meist auf großem Raum.
Wer Flora und Fauna bewundern möchte, findet hier die schönsten Bilder von meinem heutigen Besuch im Zoo.

P.S.: Leider habe ich versäumt, den Lemur nach seinem Namen zu fragen!