Sonntag, 20. Januar 2008

Erste Singapur-Bilder...

können jetzt in diesem Fotoalbum angeschaut werden.

Samstag, 19. Januar 2008

Ho, Ho, Ho Chi Minh!

Nach nur sechs Wochen in der neuen Heimat verbringe ich eine erste Urlaubswoche im südlichen Vietnam. Noch immer ein sozialistisches Land, lässt Vietnam seine Touristen gänzlich unbehelligt von Kontrollen oder Schikanen herumreisen - jedenfalls ging es uns so.
Von Saigon aus, das jetzt Ho Chi Minh City heißt, machen wir uns auf ins Mekong-Delta. Wir waren positiv beeindruckt: Quirlige Städte mit unzähligen Motorrädern, die wie Bienenschwärme durch die Straßen brummen. Freundliche, hilfsbereite Menschen, deren flotte Sprache für den unkundigen Fremden wie aufgeregtes Entengeschnatter anmutet. (Wer den Film Mars attacks gesehen hat, kann sich gewiss an die Sprache der Marsianer erinnern...) Das Essen ist lecker, auch Frosch geht noch, wenn es sein muss - auf Feldmäuse, Hunde, Schlangen oder gar Schlangenwein haben wir dann doch lieber verzichtet.
Zum Glück ist vom Herz der Finsternis nichts mehr zu spüren, die vielen kleinen Seitenarme des Mekong liegen heute friedlich da - die einzige Aufregung scheinen die täglichen Floating Markets zu sein, auf denen vornehmlich Obst und Gemüse die Besitzer wechseln. Touristen gibt es schon einige, aber noch in Maßen, und entgegen den Warnungen unseres Reiseführers sind wir niemals übers Ohr gehauen worden - obgleich man schon ein bisschen aufpassen muss. Vor allem auf eines: Beim Bier Bestellen immer gleich dazu sagen, dass man bitte kein Eis möchte...
Wer Bilder anschauen möchte, findet welche in meinem Vietnam-Fotoalbum.

Freitag, 18. Januar 2008

Essen und Trinken verboten...

...zumindest in öffentlichen Verkehrsmitteln. Der Preis fürs trotzdem Tun, wenn man erwischt wird: S$ 500. Das entspricht etwa € 250. Rauchen in Bussen und Bahnen ist noch teurer, und schier unerschwinglich das Mitführen von brennbaren Gütern. Außerdem darf man nicht im Lift urinieren, keine Haustiere oder Durians mit in die Bahn nehmen, keinen Müll liegen lassen und keine Graffitis sprühen oder Zettel an Wände kleben. Auf Zigaretten müssen bei Einfuhr hohe Steuern bezahlt werden (etwa € 75 pro Stange), und auf Drogenbesitz steht gar die Todesstrafe (die, wie zuletzt im Dezember 2005, auch an Ausländern gnadenlos vollzogen wird). Rasenflächen darf man gemeinhin nicht betreten, und auf keinen Fall darf man ein Kaugummi ins Land bringen oder gar auf die Straße spucken.
Selbige sollte im übrigen niemals einfach so überquert werden, sondern nur an den gekennzeichneten Übergangen. Sonst macht man sich des Jaywalkings schuldig, und neben einer Geldstrafe von S$ 500 für Ersttäter (bis zu S$ 2000 für Unverbesserliche) können angeblich sogar mehrmonatige Gefängnisstrafen verhängt werden. Ob das wirklich passiert? Keine Ahnung.
Aber angesichts der Tatsache, dass man hier sehr viele Menschen beim 'Jaywalken' beobachten kann, ist entweder der Schluss erlaubt, dass der Staat Singapur in diesem Punkt die Zügel ein wenig lockert, oder dass wir es hier mit einem äußerst mutigen Menschenschlag zu tun haben.

Wohnen in Singapur

Wohin ziehen 4,2 Mio. Einwohner in einer räumlich begrenzten Stadt? Genau, nach oben. In Singapur gibt es Hochhäuser aller Art. Die Hauptwohnform sind sog. HDBs, staatliche Betonburgen, deren Wohnungen in Privatbesitz sind oder weitervermietet. Als "alt" werden Häuserblocks bezeichnet, wenn sie in den 80er Jahren gebaut wurden. Entsprechend sind sie meist auch etwas runtergekommen und renovierungsbedürftg, v.a. was die sanitären Anlagen angeht. Dann gibt es die begehrten Condos (Condominiums), das sind "serviced appartments", bei denen neben dem obligatorischen Sicherheitsdienst auch meist ein Pool, ein Fitnessraum, vielleicht Grillplätze, oder im besten Falle kleine Läden und ein Restaurant genutzt werden können. Die Miete fällt entsprechend deutlich höher aus. Daneben findet man, in weitaus geringerer Zahl, eine Mischform aus staatlichem und privatem Wohnblock, sog. HUDCs, deren Appartments oft über zwei Stockwerke gehen; einige private Appartments sowie wenige Viertel mit zweistöckigen Häusern, vor allem in den eleganteren Stadtvierteln, die meist von Expats bevölkert sind. Das Foto zeigt einen HDB-Block aus den späten 80er Jahren in Bishan.

Wo ist überhaupt Singapur?

Singapur ist der kleinste südlichste Zipfel von Malaysia. So klein, dass es dem Zeichner der nebenstehenden Karte nicht mal eine eigene Farbe wert war. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts noch ein moskitoverseuchtes Sumpfgebiet, wurde es 1819 von dem englischen Gesandten Sir Stamford Raffles 'trockengelegt' und als Handelsposten ausgebaut. Mit (um)schlagendem Erfolg bis heute - Singapur hat den geschäftigsten Seehafen der Welt und ist nach London, New York und Tokyo der viertgrößte Finanzplatz.
Südlich von Malaysia erstreckt sich das riesige Indonesien, die nächstgelegenen Inseln sind in wenigen Stunden Fahrtzeit mit der Fähre zu erreichen. Nördlich liegen, zwischen zwei und drei Flugstunden entfernt, Myanmar (ehem. Burma), Thailand, Laos, Kambodscha und Vietnam, Richtung Osten erreicht man in wenigen Stunden die Philippinen. China ist, obwohl kulturell ganz nahe (etwa 75% der Bevölkerung sind Chinesen), doch um einiges weiter entfernt gen Norden (Flugzeit nach Shanghai: fünf Stunden), ebenso Australien - nach Perth fliegt man immerhin noch fünf Stunden, nach Melbourne sieben.

Sonntag, 30. Dezember 2007

Flucht nach Thailand

Um dem gitzernden, gleißenden Weihnachtsspektakel zu entgehen, habe ich mich kurz entschlossen, über die Weihnachtstage ins buddhistische und damit so gut wie weihnachtsfreie Thailand zu fahren. Um auch wirklich sicher zu gehen, bin ich - in Phuket nach nur anderthalb Stunden Flug angekommen - von dortigen Touristenrummel am Flughafen ganz schnell ins verschlafene Phang Nga weitergefahren, eine beschauliche kleine Stadt an der südlichen Küste, auf halbem Weg zwischen Phuket und Krabi. Strand gibt es dort nicht, aber eine herrliche Steilküstenlandschaft, Berge, leckeres Essen und viele Tempel zum anschauen.
Ich habe viel Zeit auf dem Wasser verbracht und die herrliche Landschaft genossen. In 'echter' Natur und unbehelligt von Handy und Job war so gute Erholung garantiert. Das Foto zeigt den liegenden Buddha im Monkey Cave Temple, der in eine Höhle gebaut ist. Auf den Bäumen und Felsen am Eingang leben zahlreiche Affen, die die ebenso zahlreichen Besucher um Bananen oder andere Leckereien anbetteln. Mehr Bilder aus Thailand gibts in meinem Süd-Thailand-Fotoalbum.

Samstag, 15. Dezember 2007

Christmas Amok*

Weihnachten ist in Singapur das "Fest des Kommerz". Es beginnt im November und geht bis Ende Dezember. (Dann werden die spärlichen Reste des Weihnachtsrummels überlagert von den beginnenden Vorbereitungen zum Chinesischen Neujahrsfest, doch dazu später mehr.) In diesen zwei Monaten also brummt es in den großen Einkaufsstraßen und Shopping-Meilen. Die Orchard Road ist bunt geschmückt, und alle drei Meter findet irgend eine kleine Aufführung statt; es gibt alles, vom Krippenspiel der Chinese Girls High School bis hin zu afrikanischen Gospelsängerinnen, oder auch Karaoke-Aufführungen zweifelhafter Michael Jackson-Imitatoren. Überall in der Stadt erklingt aus jedem verfügbaren Lautsprecher Weihnachtsmusik - ob im Taxi-Radio, im Kaufhaus-WC, im Food Court oder im Handyladen, nichts geht mehr ohne Frosty the Snowman, Santa Baby oder Rudolf the Red Nosed Reindeer.
Für den Europäer, der verzweifelt Ausschau nach Besinnlichkeit oder gar Gemütlichkeit hält, kein leichtes Spiel. Am besten ist es noch, sich dem Staunen und Wundern hinzugeben und darauf zu vertrauen, dass das nahende neue Jahr sanftere Lichter und andere Töne bringen wird.
* Das Wort Amok stammt übrigens aus dem Malayischen und bezeichnet eine Form willkürlichen, zerstörerischen Verhaltens mit anschließender Erschöpfung und Erinnerungslosigkeit.