Donnerstag, 5. Juni 2008

Surfin' Girls

Bei permanenten fast 30 Grad im Schatten und badewannenwarmem Meerwasser ergibt sich der Gedanke fast von selbst: Surfen. Bloß dass es hier fast nie richtig Wind gibt! Aber das Surfen und ins Wasser fallen zwischen Wolkenkratzern und Tankern ist ein echtes Singapur-Erlebnis. Auf dem Bild: Mitbewohnerin Kathi (Mitte), ihre Freundin Anna (links) und ich beim ersten Versuch.

Dienstag, 27. Mai 2008

Was verhökert der Hawker?

Street food, Essen auf der Straße, macht ja für viele, die gern in ferne Länder reisen, die Exotik aus. In Singapur wurde das jedoch in den sechziger Jahren nachhaltig abgeschafft - aus hygienischen Gründen. Geblieben von den fliegenden Essenshändlern ist der Name. Denn die damals entstandenen Hawker Center beherbergen heute in ihren Ständen, die um einen großen zentralen Sitzbereich gruppiert sind, sesshafte Köche und bieten eine riesengroße Auswahl an lokalen Gerichten. Diese Essenparadiese erfreuen sich größter Beliebtheit. Das Essen ist meist ebenso gut wie vielfältig, und - wenn man nicht gerade in eine Touristenfalle tappt, was sich vermeiden lässt - sehr günstig.
Da gibt es sehr berühmte und alterwürdige Hawker Center wie Newton oder Adam Road, oder den bei Touristen sehr beliebten 'Alten Markt' oder Lau Pa Sat (siehe Bild) in einer alten viktorianischen Markthalle von 1894, mitten im Bankendistrikt von Singapur und vor lauter Bausünden drum herum nur schwer auszumachen. Und es gibt sie natürlich auch außerhalb der Innenstadt, wo man selten mal ein westliches Gesicht sieht. Dafür sind Mee Goreng, Stingray, Pig Organ Soup, Fish Head Curry oder Wanton Noodles dort nochmal einen Dollar günstiger.
Manche Singapurer machen sich Sorgen um den Fortbestand dieser beliebten Esstradition. Denn ihre Entstehung liegt nicht allzu lange zurück, und auch in Südostasien sind KFC, Burger King, McDonalds & Co. auf dem Vormarsch. Doch der Stolz der Locals auf ihr Essen ist so groß, dass ich mir schwer vorstellen kann, dass es einmal keine Hawker Center (oder etwas ähnliches) geben sollte. Essen ist hier essentiell wichtig und fast eine Art anerkannte Freizeitbeschäftigung. Nicht umsonst lautet eine chinesische Grußformel: 'Chifanle meiyou?' - 'Hast Du schon gegessen?'

Dienstag, 20. Mai 2008

Got it?

Welcome to S'pore! Working here? You collect yr EP at the MOM. To open up an account at DBS, UOB, or OCBC, you will need yr NRIC no. or FIN. But only as SC or PR, you have to contribute to CPF. Since condos are expensive, most S'poreans live in HDBs. Also, they take the MRT rather than the car, because they don't want to pay for ERP. But if you want to go to KL, you better go BKE and then take the PIE, it is faster. For making donations you can go to BTRTM or KMSPKSM, and to learn about Asia just drop in ACM or NAMOC. Call a friend on her HP and have a quick lunch together at KFC or TCC. Get money from the ATM and make all of yr transactions at an S.A.M. - or was this sth about modern art?
Btw, the AC in yr flat needs maintenance every six months, so you better KIV this. Got it?

Glossary:
AC - Aircondition
ATM - Automated Teller Machine (=Geldautomat)
BKE - Bukit Timah Expressway
btw - by the way
EP - Employment Pass
ERP - Electronic Road Pricing
FIN - Foreign Identification Number
KIV - keep in view
HDB - Housing Development Boad (baut staatliche Wohnsilos)
HP - Hand phone (=Handy)
NRIC - National Registration Identity Card
PIE - Pan Island Expressway
PR - Permanent Resident
SAM - Singapore Art Museum
S.A.M. - Automat für Briefmarkenkauf, Strafzettelbezahlung u.v.m.
SC - Singapore citizen
sth- something
yr - your

Montag, 19. Mai 2008

Nicht ohne meinen Apotheker!


Happy Birthday, Buddha!

In Singapur wird an Feiertagen noch richtig gefeiert. So auch heute, am Vesak Day, da feiert man den Geburtstag des Buddha. In Singapurs größter buddhistischer Tempelanlage, dem Kong Meng San Phor Kark See Monastery, fand denn heute auch eine Geburtstagsparty statt. Hunderte von Menschen sind dafür in den Tempel gekommen. In langen Reihen prozessieren die Gläubigen vor den Statuen der Buddhas entlang, beten kniend oder stehend, zünden Räucherstäbchen an. In der Hall of No Form, dem vierten Stock des größten Gebäudes im Tempel, wird vor einer 13,8 Meter hohen bronzenen Buddha-Statue meditiert - oder einfach die Kühle genossen: draußen ist es heute etwa 40 Grad heiß.
Es herrscht Volksfest-Atmosphäre. Für Kinder gibt es Spielgelegenheit, Gesundheitsbewusste können auf dem 'Vegetarian Food Fair' mineralstoffhaltiges Wasser und ökologisch angebauten Reis kaufen, und für die Hungrigen gibt es im Basement des großen Tempelgebäudes eine Kantine, die Nudelsuppe serviert, und die um die Mittagszeit mehr als gut besucht ist.
In der 'Pagode der 10.000 Buddhas' gibt es eine große Ausstellung über die Lehren des Buddhismus, hier wird Werbung gemacht für ein gesundes Leben im Einklang mit sich und der Welt. Es werden Musik-CDs und Bücher verkauft, und Filme gezeigt, die erklären, warum es besser ist, Vegetarier zu sein. Da wird auch gern zu drastischen Mitteln gegriffen: Neben dem schuldlos erhängten Suppenhuhn aus Styropor gemahnt eine große Tafel daran, dass schließlich auch Berühmtheiten wie John Lennon, Brad Pitt, Popeye und Lisa Simpson berühmte Vegetarier sind oder waren.
Man könnte meinen, der Trubel lenke vom Wesentlichen ab. Doch das stimmt nicht. Man kann es spüren: Die Menschen kommen hierher, um dem Buddha ihre Aufwartung zu machen, und das hat wenig Weltfremdes oder gar Besinnliches an sich, ist so ganz anders als wir es aus den Kirchen kennen. Die ausgestellte hölzerne Gebetsmühle efreut sich großer Beliebtheit und wird eifrig gedreht, vor allem von den Kindern. Religion zum Anfassen.
Hier gehts zum Fotoalbum.

Sonntag, 24. Februar 2008

Nahost in Fernost

Über Chinatown habe ich aus gegebenem Anlass bereits ausgiebig berichtet. Doch es gibt noch mehr 'originäre' Stadtteile in Singapur: Wenige Straßen von Little India entfernt (dazu bei Gelegenheit mehr), liegt das Arab Quarter, das einstige malayische Kampong Glam. Stadtgründer Raffles wies diesen Bezirk Anfang des 19. Jahrhunderts dem Sultan Hussein und seiner Familie als Residenz zu, worauf sich weitere arabische Händler aus dem heutigen Gebiet des Yemen hier ansiedelten. Das winzige Viertel besteht aus gerade mal vier oder fünf größeren Straßen: Baghdad Street, Muscat Street, Haji Lane, so heißen sie, und mit der Sultan Moschee bilden sie das religiöse Zentrum der Muslime in Singapur. Allerdings ist es dort nicht annähernd so authentisch arabisch-quirlig, wie die Reiseführer uns glauben machen wollen. Von brodelndem Basar und feilschenden Händlern keine Spur. Man trifft eher auf einen gezähmten, wohlgeordneten Orient - wie man ihn in Singapur eben erwarten darf.
Tatächlich aber sieht man auch viele Einheimische in den Straßen, die Moschee ist gut besucht, und die Foodstalls bieten hier besonders viel Halal Food, nach muslimischen Richtlinien zubereitetes Essen. Die Souvenirläden, Cafés und auch der muslimische Buchladen sind jedoch mehr für Touristen ausgelegt, die hier zahlreich vertreten sind. Und so habe denn auch ich, begleitet von den hier sehr leise ausfallenden Klagegesängen des Muezzin (schließlich gibt es noch andere Religionen) meinen ersten marokkanischen Pfefferminztee seit gut sechseinhalb Jahren genossen. Lecker!

Samstag, 9. Februar 2008

Was macht der Lemur...

...denn in Singapur? Außer sich reimen und in der Nase bohren nicht viel, denn er ist aus Madagaskar importiert, und deshalb kann man ihn nur im Singapore Zoo bewundern. Außer Lemuren gibt es dort noch jede Menge andere Affen, außerdem Tiger, Hippos, Tapire, Seelöwen, Pinguine, Krokodile, Schlangen, Vögel, Giraffen - was eben so dazu gehört. Übrigens beherbergt der Zoo auch eine der größten Ratten der Welt - wenn das kein erfolgreiches Jahr wird! Singapurs Zoo ist an drei Seiten von einem großen See umgeben, und es gibt auch einige wunderschöne Gärten. Sehr gut ist auch, dass man hier weitgehend ohne Gehege auskommt, so dass die meisten Tiere, vor allem die Affen, sich ganz frei bewegen können. Aber Krokodile, Schlangen und Tiger werden, sicher vor neugierigen Kinderhänden, hinter Panzerglas oder mit gebührendem Abstand gehalten, und das meist auf großem Raum.
Wer Flora und Fauna bewundern möchte, findet hier die schönsten Bilder von meinem heutigen Besuch im Zoo.

P.S.: Leider habe ich versäumt, den Lemur nach seinem Namen zu fragen!