Mittwoch, 16. Juli 2008

Hanoi, Ha Noi?

Jeder echte Schwabe muss schon allein des Namens wegen einmal in Hanoi (Ha Noi) gewesen sein. Nun ist weder Martin ein ganz echter Schwabe, noch weniger bin ich eine echte Schwäbin, aber eine zweite Reise nach Vietnam, diesmal nach Hanoi und Umgebung, haben wir uns dennoch nicht nehmen lassen.
Und wir haben uns wieder sehr wohl gefühlt: Angenehme Atmosphäre, sympathische Menschen, leckeres Essen, schöne Landschaften, auf dem Motorrad durch Stadt und Land cruisen - deswegen sind wir hergekommen.
Der Klassiker, eine zweitägige Schiffstour in der Ha Long Bay, war auch dabei, und in Hanoi haben wir das berühmte Wasserpuppentheater besucht, das einzigartig auf der Welt zu sein scheint. Wie muss man sich das vorstellen? Am ehesten trifft es wohl: Augsburger Puppenkiste mit ländlichen Themen, gespielt nach einer Flutkatastophe... Aber auf jeden Fall sehenswert.
Leider hatten wir keine Zeit, dem einbalsamierten Ho Chi Minh in seinem Mausoleum einen Besuch abzustatten, aber man muss sich ja noch was für den nächsten Besuch aufheben.
Bilder gibt es im Fotoalbum.

Sonntag, 13. Juli 2008

Es riecht was faul im Staate Singapur...

Ja, denn es ist Durian-Zeit. Die beliebte Frucht ist gerade reif, nicht nur die Zuchtgewächse auf den Plantagen, sondern auch die wildwachsenden im Wald. Es duftet, riecht oder stinkt bisweilen signifikant, wenn man durch den Wald läuft. Und so sieht man denn am Wochenende derzeit deutlich mehr Spaziergänger, ganze Familien gar, die durch den Bukit Timah Forrest laufen und sich die mitgebrachten Taschen und Tüten mit den stacheligen grünen Früchten vollstopfen. Denn Durians sind heiß begehrt, und die richtig guten sind auch richtig teuer - was immer das 'Gute' an einer Durian auch ausmacht. Wir erinnern uns: Die Durian, in manchen Ländern auch Stinkfrucht genannt, darf wegen ihres unverkennbaren Geruchs nicht in Busse und Bahnen oder in Hotels mit hinein genommen werden, sie ist eine Frucht, die die Gemüter erhitzt, und vermeintlich nicht nur diese.
Die Durian spaltet. Dem einen verursacht schon der bloße Geruch Übelkeit, und der Geschmack des weichen, gelblichen Fruchtfleisches, das von zweifelhafter Konsistenz ist, hat schon Unmengen an schlimmen Vergleichen über sich ergehen lassen müssen, so dass ich hier keinen weiteren hinzufügen möchte. Dem anderen gilt sie als die Königin der Früchte, deren Genuß ganz nebenbei auch der Manneskraft dienlich sein soll. Kein echter Asienbesuch, bei dem man nicht von der Frucht der Früchte gekostet haben sollte.
Ich habe mich mittlerweile zumindest an den Geruch gewöhnt, der hier immer wieder mal durch die Markthallen oder aus heimgetragenen Einkaufstüten weht, und der dieser Tage meine wochenendlichen Joggingrunden im Wald 'versüsst'. Eines ist jedoch sicher: Probieren muss ich sie definitiv nicht!

Donnerstag, 5. Juni 2008

Surfin' Girls

Bei permanenten fast 30 Grad im Schatten und badewannenwarmem Meerwasser ergibt sich der Gedanke fast von selbst: Surfen. Bloß dass es hier fast nie richtig Wind gibt! Aber das Surfen und ins Wasser fallen zwischen Wolkenkratzern und Tankern ist ein echtes Singapur-Erlebnis. Auf dem Bild: Mitbewohnerin Kathi (Mitte), ihre Freundin Anna (links) und ich beim ersten Versuch.

Dienstag, 27. Mai 2008

Was verhökert der Hawker?

Street food, Essen auf der Straße, macht ja für viele, die gern in ferne Länder reisen, die Exotik aus. In Singapur wurde das jedoch in den sechziger Jahren nachhaltig abgeschafft - aus hygienischen Gründen. Geblieben von den fliegenden Essenshändlern ist der Name. Denn die damals entstandenen Hawker Center beherbergen heute in ihren Ständen, die um einen großen zentralen Sitzbereich gruppiert sind, sesshafte Köche und bieten eine riesengroße Auswahl an lokalen Gerichten. Diese Essenparadiese erfreuen sich größter Beliebtheit. Das Essen ist meist ebenso gut wie vielfältig, und - wenn man nicht gerade in eine Touristenfalle tappt, was sich vermeiden lässt - sehr günstig.
Da gibt es sehr berühmte und alterwürdige Hawker Center wie Newton oder Adam Road, oder den bei Touristen sehr beliebten 'Alten Markt' oder Lau Pa Sat (siehe Bild) in einer alten viktorianischen Markthalle von 1894, mitten im Bankendistrikt von Singapur und vor lauter Bausünden drum herum nur schwer auszumachen. Und es gibt sie natürlich auch außerhalb der Innenstadt, wo man selten mal ein westliches Gesicht sieht. Dafür sind Mee Goreng, Stingray, Pig Organ Soup, Fish Head Curry oder Wanton Noodles dort nochmal einen Dollar günstiger.
Manche Singapurer machen sich Sorgen um den Fortbestand dieser beliebten Esstradition. Denn ihre Entstehung liegt nicht allzu lange zurück, und auch in Südostasien sind KFC, Burger King, McDonalds & Co. auf dem Vormarsch. Doch der Stolz der Locals auf ihr Essen ist so groß, dass ich mir schwer vorstellen kann, dass es einmal keine Hawker Center (oder etwas ähnliches) geben sollte. Essen ist hier essentiell wichtig und fast eine Art anerkannte Freizeitbeschäftigung. Nicht umsonst lautet eine chinesische Grußformel: 'Chifanle meiyou?' - 'Hast Du schon gegessen?'

Dienstag, 20. Mai 2008

Got it?

Welcome to S'pore! Working here? You collect yr EP at the MOM. To open up an account at DBS, UOB, or OCBC, you will need yr NRIC no. or FIN. But only as SC or PR, you have to contribute to CPF. Since condos are expensive, most S'poreans live in HDBs. Also, they take the MRT rather than the car, because they don't want to pay for ERP. But if you want to go to KL, you better go BKE and then take the PIE, it is faster. For making donations you can go to BTRTM or KMSPKSM, and to learn about Asia just drop in ACM or NAMOC. Call a friend on her HP and have a quick lunch together at KFC or TCC. Get money from the ATM and make all of yr transactions at an S.A.M. - or was this sth about modern art?
Btw, the AC in yr flat needs maintenance every six months, so you better KIV this. Got it?

Glossary:
AC - Aircondition
ATM - Automated Teller Machine (=Geldautomat)
BKE - Bukit Timah Expressway
btw - by the way
EP - Employment Pass
ERP - Electronic Road Pricing
FIN - Foreign Identification Number
KIV - keep in view
HDB - Housing Development Boad (baut staatliche Wohnsilos)
HP - Hand phone (=Handy)
NRIC - National Registration Identity Card
PIE - Pan Island Expressway
PR - Permanent Resident
SAM - Singapore Art Museum
S.A.M. - Automat für Briefmarkenkauf, Strafzettelbezahlung u.v.m.
SC - Singapore citizen
sth- something
yr - your

Montag, 19. Mai 2008

Nicht ohne meinen Apotheker!


Happy Birthday, Buddha!

In Singapur wird an Feiertagen noch richtig gefeiert. So auch heute, am Vesak Day, da feiert man den Geburtstag des Buddha. In Singapurs größter buddhistischer Tempelanlage, dem Kong Meng San Phor Kark See Monastery, fand denn heute auch eine Geburtstagsparty statt. Hunderte von Menschen sind dafür in den Tempel gekommen. In langen Reihen prozessieren die Gläubigen vor den Statuen der Buddhas entlang, beten kniend oder stehend, zünden Räucherstäbchen an. In der Hall of No Form, dem vierten Stock des größten Gebäudes im Tempel, wird vor einer 13,8 Meter hohen bronzenen Buddha-Statue meditiert - oder einfach die Kühle genossen: draußen ist es heute etwa 40 Grad heiß.
Es herrscht Volksfest-Atmosphäre. Für Kinder gibt es Spielgelegenheit, Gesundheitsbewusste können auf dem 'Vegetarian Food Fair' mineralstoffhaltiges Wasser und ökologisch angebauten Reis kaufen, und für die Hungrigen gibt es im Basement des großen Tempelgebäudes eine Kantine, die Nudelsuppe serviert, und die um die Mittagszeit mehr als gut besucht ist.
In der 'Pagode der 10.000 Buddhas' gibt es eine große Ausstellung über die Lehren des Buddhismus, hier wird Werbung gemacht für ein gesundes Leben im Einklang mit sich und der Welt. Es werden Musik-CDs und Bücher verkauft, und Filme gezeigt, die erklären, warum es besser ist, Vegetarier zu sein. Da wird auch gern zu drastischen Mitteln gegriffen: Neben dem schuldlos erhängten Suppenhuhn aus Styropor gemahnt eine große Tafel daran, dass schließlich auch Berühmtheiten wie John Lennon, Brad Pitt, Popeye und Lisa Simpson berühmte Vegetarier sind oder waren.
Man könnte meinen, der Trubel lenke vom Wesentlichen ab. Doch das stimmt nicht. Man kann es spüren: Die Menschen kommen hierher, um dem Buddha ihre Aufwartung zu machen, und das hat wenig Weltfremdes oder gar Besinnliches an sich, ist so ganz anders als wir es aus den Kirchen kennen. Die ausgestellte hölzerne Gebetsmühle efreut sich großer Beliebtheit und wird eifrig gedreht, vor allem von den Kindern. Religion zum Anfassen.
Hier gehts zum Fotoalbum.